03.06.2009 Allgemein, Elektrotechnik, Kraftwerke, Technik, Veranstaltungen Kein Kommentar

Kurzbericht von der Exkursion zum Kraftwerk Mellach

Am vergangenen Donnerstag-Nachmittag fand die Besichtigung des sich momentan in Revision befindlichen Kraftwerks Mellach statt. Neben einem Wasserkraftwerk befindet sich auch ein Kohlekraftwerk auf dem Standort.

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Die grauen Objekte des Modells zeigen den bisherigen Bestand der Anlagen, während man in weiß das neu geplante, momentan noch im Bau befindliche, GuD-Kraftwerk inklusive Kühltürme sehen kann. Die geplante elektrische Leistung im GDK Mellach wird 832 MW sein, wobei ca. 2/3 der gesamten elektrischen Leistung
auf die Gasturbinen und 1/3 auf die Dampfturbinen entfallen. Der elektrische Wirkungsgrad wird bei rund 59 % liegen. Im Kraft-Wärme-Kopplungsprozess können mehr als 70 % der im Brennstoff enthaltenen Energie genutzt werden.

Vom bestehenden Fernheizkraftwerk Mellach und Neudorf-Werndorf wird bereits jetzt rund 80% des Fernwärmebedarfs nach Graz geliefert. Die Einspeisung der Wärme erfolgt mit rund 120°C über eine ca. 18 km lange Leitung nach Graz, bei einem Temperaturverlust auf der gesamten Länge von nur 1°C.

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Im FHKW Mellach wird vorwiegend Kohle zur Energieerzeugung verwendet. Die nach der Verbrennung anfallende Asche wird gesammelt und an die Zementindustrie geliefert. Da die Asche einen starken Abrieb an Leitungskrümmungen erzeugt und diese nach wenigen Wochen komplett abgenutzt wären und ausgetauscht werden müssten, hat man die Bögen mit Aufdoppelungen versehen. Diese Aufdoppelungen füllen sich mit Asche und verstopfen sich. Durch den Aschetransport in den Leitungen reibt in den Bögen nun Asche an Asche und das Leitungsmaterial bleibt somit verschont.

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Zur Steigerung der Effizienz des Kraftwerks wurden eine Reihe von Maßnahmen getroffen. Unter anderem erfolgt eine Abgaswärmerückgewinnung. Dabei werden die Abgase durch einen metallischen Wärmetauscher geblasen, der mechanisch gedreht wird und dann die frisch angesaugte Luft aufheizt.

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Bei der Abgasreinigung verbindet sich Schwefel mit Kalk zu Gips der in einem großen Behälter gesammelt wird. Dieses Gips-Wasser-Gemisch muss ständig in Bewegung bleiben, damit es nicht aushärtet. Einmal jährlich wird der große Tank entleert, wobei ein Großteil der Arbeit händisch erfolgt.

2009_05_28-exkusion-mellach-029Weitere Höhepunkte bei der Besichtigung waren, der geöffnete Generator, die Steuerleitzentrale, ein 110-kV-Bauleitungs-Provisorium und der krönende Abschluss mit dem Ausblick vom Kamin des Kraftwerks Neudorf-Werndorfs auf einer Höhe von ca. 160m.

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