10.05.2010 Kraftwerke, Technik, Veranstaltungen 1 Kommentar

OVE-Exkursion nach Zwentendorf und zum Atominstitut der TU Wien

Im Rahmen der Vorlesung Kernenergie und Umwelt fand am 30. April eine Exkursion zum Atomkraftwerk Zwentendorf sowie zum Atominstitut der Technischen Universität Wien statt. In fachlicher Begleitung bereicherten Herr Univ.-Prof. Hellmut Böck sowie Herr Univ.-Prof. Lothar Fickert die Studienfahrt mit Ihrem Fachwissen und Ihren anschaulichen Erklärungen.

Das Atomkraftwerk, das nie in Betrieb ging
Seit 32 Jahren, nach dem Ausstieg zur Nutzung der Atomkraft in Österreich, behütet die Energie Versorgung Niederösterreich (EVN) diesen alleinigen Standort eines österreichischen Kernkraftwerks. Cheftechniker Johann Fleischer überwacht mit seiner Hundedame Leonie das weltweit sicherste Kraftwerk, welches der Öffentlichkeit im Zuge von exklusiven Führungen zugänglich ist. Trotz der Tatsache, dass das Atomkraftwerk Zwentendorf fertig gebaut wurde, ist es das einzige der Welt, welches bis heute nie in Betrieb gehen durfte. So dient das AKW Zwentendorf gegenwärtig als Ersatzteillager für baugleiche Atomkraftwerke in Deutschland und wird weitgehend als Schulungsreaktor genutzt. In heutigen Tagen liefert das Kraftwerk Strom aus Photovoltaikanlagen und gilt damit als Symbol für die Zukunft erneuerbarer Energien.

Strom aus dem Atom: Das Atominstitut der TU Wien
Am Nachmittag bot sich die Gelegenheit, das Atominstitut der Technischen Universität Wien zu besichtigen, welches auf zahlreichen Forschungsgebieten wie der Atom-, Kern- und Reaktorphysik, der Strahlenphysik sowie des Strahlenschutzes als auch der nuklearen Messtechnik und Festkörperphysik tätig ist. Neuerdings ist das Institut um die zusätzlichen Fachgebiete Quantenphysik und -optik, Tieftemperaturphysik wie auch Supraleitung erweitert geworden. Das Hauptaugenmerk der Besichtigung lag beim Forschungsreaktor TRIGA Mark II, welcher zu physikalischen Forschungszwecken, wie materialtechnischen Untersuchungen, dient. Verglichen mit Leistungsreaktoren eignen sich Forschungsreaktoren jedoch nicht zur Stromerzeugung, da diese um Größenordnungen kleinere Leistungen aufweisen. Als weiterer Höhepunkt galten die Versuche zur Supraleitung, wo das Prinzip einer supraleitenden Magnetschwebebahn demonstriert wurde. Die sozusagen effizienteste Elektroeisenbahn der Welt, derzeit noch ein „Spielzeug“ für Chemiker und Physiker, könnte künftig Wirklichkeit für die Techniker werden.

Für das ermöglichen und organisieren der Exkursion sei Herrn Univ.-Prof. Lothar Fickert, dem Hochspannungszeichensaal (HSZS) als auch dem OVE herzlichst gedankt!

Jürgen Fabian, OVE

Ein Kommentar zu “OVE-Exkursion nach Zwentendorf und zum Atominstitut der TU Wien”

  1. Schade, dass es im Zuge der Abhaltung der VO im Jahr 2009 keine Exkursion gab! VO war trotzdem sehr gut!

Kommentar schreiben