Geschichte

Die Anfänge – Von den Wurzeln und Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Oberdorfer – 1920 bis 1970

Die Wurzeln des Institutes für Elektrische Anlagen liegen in der Einrichtung der Lehrkanzel für Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Graz im Jahre 1920. 1938 wurde die Einrichtung von zwei weiteren Lehrstühlen beschlossen und 1940 der “Lehrstuhl für Elektroanlagen und Hochspannungstechnik” besetzt. Nach dem Krieg wurde 1947 Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Oberdorferals Leiter der Lehrkanzel “Bau und Betrieb elektrischer Anlagen” bestellt. Entsprechend der personellen Ausstattung ab 1950 konnte an der Technischen Hochschule Graz in den 1950ger Jahren nur die Fachrichtung “Starkstromtechnik” studiert werden. Der auf Grund des Allgemeinen Hochschul-Studiengesetzes 1966 bzw. des TEchnik-Studiengesetzes 1969 eingeführte neue Studienplan ermöglichte das Studium in 5 Wahlfachgruppen, nämlich: “Bau und Betrieb elektrischer Anlagen” “Elektromaschinenbau” “Nachrichtentechnik und Elektronik” “Elektromedizin” “Elektrotechnische Grundlagenforschung”.

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Muckenhuber – 1973 bis 1997

Nach der Emeritierung von Herrn Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Oberdorfer, der die damalige Lehrkanzel für Bau und Betrieb elektrischer Anlagen von der Nachkriegszeit bis 1970 geführt hatte und in dessen Wirkungsbereich die Gebiete elektrische Anlagen, Hochspannungstechnik, elektro- und biomedizinische Technik sowie auch Regelungstechnik in Forschung und Lehre gelegen waren, folgte eine Interimsphase, in der die Lehrkanzel in drei eigenständige Institute aufgeteilt wurde: 1972 übernahm Prof. Dr. Alfred Leschanz das Institut für Hochspannungstechnik einschließlich Versuchs- und Forschungsanstalt für Hochspannungstechnik, im Frühjahr 1973 Prof. Dr. Stefan Schuy das Institut für Elektro- und Biomedizinische Technik und, im Herbst 1973 Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Richard Muckenhuber das Institut für Bau und Betrieb Elektrischer Anlagen. 1973 wurde schließlich auch für den Schwerpunkt Regelungstechnik unter Professor Schneider ein eigenes Institut gegründet. Dem ehemaligen Großinstitut Professor Oberdorfers waren die Räumlichkeiten im 2. Stock der Neuen Technik in der Kopernikusgasse längst zu klein geworden, bis 1972 der von Professor Oberdorfer initiierte und geplante Neubau in der Inffeldgasse 18 bezogen werden konnte und eine großzügige moderne Unterbringung der drei Institute sowie der Versuchsanstalt für Hochspannungstechnik ermöglichte. Prof. Muckenhuber, der von der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts AG (Verbundgesellschaft) aus Wien gekommen war, sah seine Aufgabe zunächst im Ausbau der Laboratorien und Institutseinrichtungen für den Aufbau des Lehr- und Forschungsbetriebes und widmete einen Großteil seiner Arbeitszeit der Neukonzeption und Ausarbeitung von Vorlesungs- und Übungsunterlagen. Zu erwähnen ist insbesondere das 50-Hz-Wechselstromnetzmodell, das Professor Muckenhuber von der Verbundgesellschaft zum Geschenk erhalten hatte, welches in einem eigenen Labor voll funktionsfähig wieder aufgebaut und in den Übungen eingesetzt wurde. Mit dem UOG 1975 erfolgte die Umbenennung der Lehrkanzel für Bau und Betrieb Elektrischer Anlagen in „Institut für Elektrische Anlagen“. Dank des erfolgreichen Einsatzes aller Mitarbeiter gelang es eine Vielzahl interessanter, aktueller Forschungsthemen im Rahmen von Diplomarbeiten, Doktorarbeiten und geförderten Forschungsprojekten zu bearbeiten und nationale wie auch internationale Anerkennung zu erzielen.

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Fickert – seit 1998

1997 übernahm nach Emeritierung von Professor Muckenhuber Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Manfred Sakulin die interimistische Leitung des Institutes, und 1998 wurde schließlich der heutige Vorstand Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Lothar Fickert aus der Elektrizitätswirtschaft von den Wiener Stadtwerken Wienstrom als Ordinarius an das Institut für Elektrische Anlagen berufen. Im Oktober 2000 wurde durch Zusammenlegung des Institutes für Elektrische Anlagen und des Institutes für Hochspannungstechnik das neue Großinstitut für “Elektrische Anlagen und Hochspannungstechnik” gegründet. Gleichzeitig wurde ein Ordinariat für Elektrizitätswirtschaft und Energieinnovation eingerichtet und dem neuen Institut zugeordnet. Das Institut ist seit Oktober 2000 in die Abteilungen “Elektrische Anlagen”, “Hochspannungstechnik” und “Elektrizitätswirtschaft und Energieinnovation” gegliedert. Seit Anfang 2004 bildet das “Institut für Elektrische Anlagen” wieder eine eigene Organisationseinheit im Rahmen der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Zusammen mit dem Institut für elektrische Antriebe und Maschinen, dem Institut für Hochspannungstechnik und Systemmanagement sowie dem Institut für Elektrizitätswirtschaft und Energieinnovation ist das Institut für Elektrische Anlagen ein tragendes Element des House of Power Engineering der Technischen Universität Graz.
Allen ehemaligen und derzeitigen KollegInnen, allen MitarbeiterInnen, DiplomandInnen, DissertantInnen, Habilitanden, die an den Forschungs- und Lehrtätigkeiten des Institutes mitgewirkt haben, sei an dieser Stelle herzlichst für ihre Mithilfe und ihren Einsatz gedankt.